Deinen Boden im Garten zu verbessern ist nicht schwer. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie du deinen Gartenboden ohne Chemie und mit viel Natur pflegen kannst.
Warum der Gartenboden so wichtig ist
Stell dir mal vor du befindest dich gerade in einem tiefen Ozean. Ein Kosmos voller Leben. Millionen Fischarten und Säugetiere leben dort – von großen Walen bis zu kleinsten Lebensteilchen, die ihren Zweck erfüllen. Oder der Himmel. Riesige Weite. Dort leben Vögel und Insekten. Alles ist aufeinander abgestimmt. Jeder lebt von und mit jedem.
Genauso ist dein Boden im Garten. Und so wie Luft und Wasser auf allen Ebenen unserer Erde eine Rolle spielen, so ist es mit unserem Boden. Denn dieser ist Grundlage für das Wachstum und Leben unserer Pflanzen.
Der Boden ist so vielfältig voller Leben wie das Meer, der Himmel oder unser Darm.
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Deinen Boden im Garten verbessern – oder verschlimmbessern
Ich habe mich schon immer für das Leben im Boden interessiert. Die Komplexität des Bodenlebens ist mir jedoch erst in einem Kurs aufgefallen. Als ich gerade geschult wurde, eröffnete sich mir in den 2 Tagen ein Zusammenspiel von Chemie und Biologie, dass einem Krimi glich. Aber so richtig wach gerüttelt wurde ich erst mit dem Buch von Dietmar Näser „Regenerative Landwirtschaft“ vom Ulmer Verlag.* Dazu später aber mehr.
Jedenfalls ist das Bodenleben so komplex, dass wir relativ stümperhaft mit diesem Kosmos unter unseren Füßen umgehen. Im Grunde nach wissen wir nichts darüber. Oder wir wissen viel Falsches – auch in der Gartenszene.

Deinen Boden im Garten verbessern oder einfach die Pflanzung anpassen?
Eine Info liegt mir aber noch sehr am Herzen! Als Garten- und Pflanzplanerin vertrete ich ganz klar die Meinung, dass es zu jedem Boden die richtigen Pflanzen gibt. Selbst ein verdichteter, staunasser Tonboden kann im Garten mit denn passgenauen Pflanzen zum Blühen gebracht werden. Das ist auch aus ökologischer Sicht die beste Entscheidung – und auch die billigste. Denn Sand, Humus, Kompost kostet, wenn dieser im Garten nicht vorhanden ist. Und auch Sand muss abgebaut werden. Bei Extremstandorten ist es immer gut, auf die Lebensbereiche der Stauden zu achten, um eine passgenaue Pflanzenauswahl zu treffen.
Wo es möglich ist, ist eine standortangepasste Pflanzung immer die erste Wahl. Wenn der Gärtner sich allerdings einer breiten Palette von Pflanzen bedienen möchte, dann kommt er nicht umhin seinen Gartenboden „zu verbessern“.
Die Vorteile deinen Boden im Garten zu verbessern
Wenn du dich an einer breiten Palette von Pflanzen bedienen möchtest, dann wirst du evtl. nicht umhin kommen deinen vorhanden Gartenboden zu verbessern. Grundsätzlich ist es so, dass ein Gartenboden vor einer Pflanzung aufgewertet werden kann, um das Anwachsen und das Wachstum von den frisch gepflanzten Stauden oder Gehölzen zu verbessern bzw. zu erhöhen.
5 Gründe gibt es, warum du deinen Boden im Garten verbessern solltest:
- Ein guter Boden speichert das Wasser länger.
- Nährstoffe werden in einem Guten Boden länger gebunden.
- Die Bodenbearbeitung ist keine Schwerstarbeit mehr.
- Unkräuter werden unterdrückt.
- Bessere Erträge und gesündere Pflanzen.
Diese 5 Gründe sind ein K.O.-Kriterium, vor allem in Zeiten des Klimawandels, müssen wir unsere Gärten und auch unseren Boden zukunftstauglich vorbereiten. Wir sollten daher unseren Boden im Garten im Blick behalten und ihn verstehen lernen.
Der Boden ist kein totes Material, sondern eine Welt für sich.

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Bodenart bestimmen: Sandboden, Lehmboden oder Tonboden?
Der erste Schritt für die perfekte Bodenpflege ist die Bestimmung deiner Bodenart. Das lässt sich auf eine leichte Art klären, die dir evtl. noch aus der Kindheit bekannt ist. Greif in deinen Boden und drücke die Handvoll Erde mit deiner Hand zusammen. Öffne deine Hand und schau hin wie sie aussieht.
- Sandboden: dein Boden hat eine sehr körnige Textur, die ganz klar zu fühlen ist. Der Boden lässt sich überhaupt nicht formen. An sich bleibt deine Hand fast sauber.
- Lehmboden (Schluffboden, gleicher Teil Sand und Ton): dein Boden fühlt sich glatt an und klebt nicht. Er hält einigermaßen zusammen. Deine Handlinien sind mit Erde gefüllt.
- Tonboden: dein Boden fühlt sich glatt und klebrig an. Du kannst den Boden wie Ton gut formen. Der Boden ist glänzend. Die merkst keine Körner oder Textur, sondern es fühlt sich eher schmierig an.
Die Vor- und Nachteile von Sandboden (leichter Boden)
Vorteile:
- Wasserführung ist optimal / schnelle Versickerung
- Gute Durchlüftung des Bodens
- Gute Durchwurzelbarkeit für die Pflanzen
- Leichte Bearbeitung des Bodens möglich
Nachteile:
- Schnelle Austrocknung des Bodens
- Geringes Nährstoffhaltevermögen
- Geringer Nährstoffgehalt
Die Nachteile werden zu Vorteilen, wenn du eine passgenaue Bepflanzung dazu aussuchst. Es gibt Pflanzen, die einen nährstoff- und humusarmen, trockenen Boden lieben!
Die Vor- und Nachteile von Tonboden (schwerer Boden)
Vorteile:
- Sehr gutes Wasserhaltevermögen
- Hohes Nährstoffhaltevermögen
- Guter Nährstoffgehalt
Nachteile:
- Keine gute Wasserführung (Gefahr von Staunässe)
- Schlechte Durchlüftung
- Durchwurzelbarkeit für die Pflanzen ist kaum gegeben
- Schwer zu bearbeitender Boden
Auch hier, die Nachteile werden zum Vorteil, wenn du eine standortangepasste Pflanzung wählst. In solch einem Bereich sind Pflanzen, die am Uferrand gedeihen und die Wechselfeuchtigkeit mögen ideal.
Die Vor- und Nachteile von Lehmboden bzw. Schluffboden
Dieser nimmt eine Mittelstellung zwischen Sand- und Tonboden ein. Der Lehmboden ist ein idealer Gartenboden. Denn im Lehmboden wachsen und gedeihen auch eine Vielzahl von Stauden.

Die organischen Komponente, um deinen Boden im Garten zu verbessern
Die organischen Bodenbestandteile setzen sich aus der Bodenflora und der Bodenfauna zusammen. Die Bodenflora sind die ganzen kleinen Lebenwesen, wie Bakterien, Algen, Flechten und Pilze. Sozusagen die Mikroorganismen. Diese kleinen Helfer zersetzen den ganzen lieben Tag alles was ihnen in den Weg kommt und stellen für unsere Pflanzen – als kleine Fabrikproduzenten – die Nährstoffversorgung sicher.
Die Bodenfauna sind die ganzen tierischen Zerkleinerer, wie bspw. der Regenwurm, Ohrwurm und die Schnecken. Die raspeln alles so klein, dass sich die Mikroorganismen danach stürzen können. Am Ende des Festmahls von Bodenflora und Bodenfauna entsteht das wertvollste Gut eines Gärtners: Humus.
Der Boden arbeitet bei verständnisvollem Umgang für uns.
Humus macht den Boden locker und lebendig
Humus ist die abgestorbene und mehr oder weniger zersetzte organische Substanz eines Bodens. Der ideale Boden für viele Pflanzen ist humushaltig oder humos. Humus hat den Vorteil, dass er schwere Böden lockern und gleichzeitig das Wasser speichern kann. Für Lehm- und Tonböden ist Humus essentiell. Ein humoser Boden liegt vor, wenn der Boden mind. 3% organische Substanz besitzt. In Sandböden sollte der Humusanteil höher sein bei mind. 5%. Grundsätzlich ist der Humusanteil in unseren Gärten viel zu gering! Auf der anderen Seite sind unsere Gartenböden stark überdüngt. Beides ist keine gute Kombination.

Der pH-Wert – entscheidend für deinen Gartenboden
Neben allen bisher genannten Punkten spielt der pH-Wert des Bodens ebenfalls eine große Rolle für ein optimales Pflanzenwachstum. Der pH-Wert gibt an, ob dein Boden sauer, neutral oder alkalisch (kalkhaltig) ist. Dieser PH-Wert beeinflusst, welche Nährstoffe für gewisse Pflanzen überhaupt verfügbar sein können.
Die meisten Gartenpflanzen lieben einen pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0, hier können auch Nährstoffe sehr gut von den Pflanzen aufgenommen werden.
Sollte dein pH-Wert im sauren oder alkalischen Bereich liegen, dann ist das jetzt erstmal nicht gut oder schlecht, solange die Pflanzenauswahl dazu passt! Es gibt Pflanzen, die sauren Boden lieben. Für sie ist ein saurer Boden keine Einschränkung, sondern Voraussetzung für eine optimale Nährstoffaufnahme. Das heißt, dass du bei diesen Pflanzen den pH-Wert nicht erhöhen musst!
Denn Problematisch wird der pH-Wert nur, wenn er nicht zu deinen Pflanzen passt. Wenn säureliebende Pflanzen in kalkhaltigen Boden stehen, dann können sie bspw. Spurenelemente wie Eisen nicht mehr ausreichend aufnehmen. Eine typische Folge sind gelbe Blätter. Das heißt die Pflanze zeigt einen Nährstoffmangel, der aber real im Boden nicht existiert. Die Aufnahme wird lediglich durch den PH-Wert blockiert.
Welche Bodenart ist ideal für den Garten?
Also, ein guter Gartenboden ist eine Mischung aus Sand- und Tonboden. Diese Mischung aus unterschiedlichen Korngrößen gewährleisten praktisch die Vorteile aus den beiden Bodenarten Sand- und Lehmboden. Das heißt, ein guter Gartenboden hat eine krümelige Struktur, die gut Wasser und Nährstoffe speichern kann und auch für uns noch gut zu bearbeiten ist. Neben der mineralischen Komponente spielt auch der Humusgehalt eine wichtige Rolle.
In der unten gezeigten Grafik siehst du, dass die Krümel relativ groß sind und mit dem Rechen bearbeitet werden. Dies bringt nur kurzfristigen Erfolg, nach einer gewissen Zeit sind die großen Brocken wieder da. Beiden Böden fehlt es etwas an Humus. Mit Humus bilden sich kleine Krümel, der Boden muss selten bearbeitet werden.

Wenn dein Boden locker, aber nicht sandig ist und dazu relativ dunkel aussieht, aber nicht formbar ist und schön nach Erde riecht, dann hast du einen guten Boden. Ein guter Boden sieht so aus:

Verbesserung der Bodenart „leichte Sandböden“
Leichte Sandböden können die Nährstoffe kaum halten. Der Umkehrschluss ist also, dass bei einem Sandboden vorab gedüngt werden sollte, wenn du die Bepflanzung nicht an den Boden anpassen möchtest. Aber: auf Gefühl zu düngen bringt nix! Ohne eine Bodenprobe bzw. einen Bodentest geht’s nicht. Nachdem die Bodenprobe untersucht wurde, erhältst du mit dem Ergebnis eine optimale Düngeempfehlung.
Nun kommt es darauf an, wie dein Boden „belebt“ ist. Wenn du ein Neubaugebietboden hast und pflanzen möchtest, dann empfehle ich als erstes einen Bodenaktivtor, damit überhaupt Leben in deinen Boden reinkommt. Mit dem Bodenaktivator kannst du auch gleich den Dünger ausbringen. Vor einigen Jahren habe ich hier als erste Düngung eine mineralische Düngung empfohlen, denn in einem unbelebten Boden in einem Neubaugebiet gibt es noch nicht viele Bodenlebewesen, die den organischen Dünger zersetzen können. Heute würde ich aus ökologischer Sicht nur noch auf eine organische Düngung setzen, die den Boden langfristig verbessert und nicht zerstört.
Sollte dein Boden ausreichend Bodenlebewesen haben (Regenwürmer, Schnecken etc.) dann empfehle ich nur noch einen organischen Dünger. Kompost oder Stallmist ist ideal für einen leichten Sandboden. Der Sandboden kann dann besser Nährstoffe und Wasser halten.
Niemals aus Gefühl düngen.
Verbesserung der Bodenart „schwerer Boden“
Schwere Böden können Nährstoffe sehr gut halten. I. d. R. müssen daher schwere Böden nicht oft gedüngt werden. Auch hier gilt: eine Bodenprobe bringt Sicherheit. Was dem schweren Boden fehlt ist die Leichtigkeit, also eine krümelige lockere Bodenstruktur, die für Durchlüftung (Boden atmet! Kohlendioxid wird durch die Zersetzung heraus aus dem Boden bewegt und Sauerstoff wird in den Boden hineinbewegt) sorgt.
Auch hier sorgt der Kompost für eine lockere Bodenstruktur. Dadurch kann das Wasser auch besser abfließen, die Gefahr von Staunässen ist dann nicht groß. Eine lockere Erde sorgt dafür, dass die Wurzeln der Pflanzen sich problemlos ausbreiten können. Neben Kompost kann schwerem Boden Sand beigemischt werden. Es gibt auch organische Zuschlagsstoffe, das sind Stoffe, die der Erde zur Verbesserung der physikalischen Eigenschaften zugegeben werden. Ein Bsp. sind Perlite, die die Luftkapazität verbessern.
Gartenboden testen: so erkennst du gute Bodenqualität
Seine Bodenart im Garten zu kennen ist ein erster Schritt. Jetzt geht es um die Beurteilung: Habe ich einen guten Boden oder muss ich meinen Boden im Garten verbessern? Alles was du zur Bestimmung der Qualität brauchst ist: Du, ein Spaten, und mein Blogbeitrag.
Die Gare ist ein mikrobiell aktiver Boden. Ein Boden voller Lebewesen, die positive Auswirkung auf Pflanzenwachstum haben.
Unser Boden wird etwa ab einer Bodentemperatur von 6 Grad aktiv. Als Richtwert gilt, dass hier die Forsythie blüht. Ideale Zeit, um den Spaten in den Boden zu stecken und wieder so rauszuführen, dass wir den Boden mit seinen Schichten erkennen können. Wie bei einer Torte, die nicht zusammenfallen soll.
Erfühle deinen Boden
Der erste Punkt ist schon das Gefühl beim Einstechen des Spaten. Gleitet er locker hinein oder musst du Gewalt anwenden, um überhaupt reinzukommen? Fühlt er sich wie ein weicher Marshmallow an oder wie ein vertrocknetes Gummibärchen?

Der Geruch der Erde
Dann schnupper an der Erde. Wichtig ist hier die Bodentemperatur von 6 Grad einzuhalten. Im Winter bei Frost riecht der Boden gar nicht.
Meine Pflanzen kaufe ich online oder in Speyer bei der Baumschule Oliveira.

Wie riecht deine Erde? Riecht sie angenehm erdig mit einem Tick Süße wie Karotten? Oder riecht er eher muffig? Das zeigt eine Artenarmut in deinem Boden an. Vielleicht riecht er sogar bitter? Dann gibt es evtl. zu wenig Stickstoff in deinem Boden. Vielleicht riecht dein Boden sogar harzig? Dann können die Pflanzen evtl. keine Spurenelemente aufnehmen (Achtung das heißt nicht, dass ein Mangel an Spurenelementen vorliegt!). Und hast du dich gewundert, warum es auf schlammigen Baustellenzufahren immer so faul riecht bei Regen? Das zeigt durch die Verdichtung des Bodens durch die Baumaschinen ein massiv geschädigtes Bodenleben an.
Die Wurzeln der Pflanzen anschauen
Schau dir die Wurzeln an, auch vom Unkraut oder gerade vom Unkraut. Sind deine Wurzlen weiß, gleichmaäßig verzweigt, haben sie Feinwurzeln, die die Erde an den Wurzeln stark halten? Das ist positiv. So soll es sein.
Die Schichten der Erde betragen
Mit einem Spaten kannst du einen Teil des Bodens ausstechen, wie ein Tortenstück. Lege das Tortenstück auf den Boden und beurteile die Bodenschichten. Sind sie – wie es manchmal passiert – wie bei Torte auseinandergefallen oder hat die Torte an einem Stück gehalten? Wenn der Boden in mehrere Tortenschichten auseinander gefallen ist, dann ist dein Boden nicht optimal. Zwischen den Schichten findet kein optimaler Austausch an Nährstoffen und Wasser statt. Hält der Boden hingegen zusammen können Wasser und Nährstoffe sich gleichmäßig verteilen.
Dein Boden sollte wie eine feste Torte sein.
Sicherheit mit einem Bodentest
Ich kann dir empfehlen, deinen Boden auch über das Labor untersuchen zu lassen. Mit einer Bodenprobe bist du immer auf der sicheren Seite. Mit einem Bodentest wird die Nährstoffverfügbarkeit untersucht. Es kostet nicht die Welt und ist auch nicht kompliziert. Eine genaue Anleitung zur Probeentnahme findest du bei den „LUFA“ des jeweiligen Bundeslandes, bspw. hier: https://www.lufa-speyer.de/index.php/dienstleistungen/bodenuntersuchung-duengeberatung
Den Boden im Garten verbessern: gibt es überhaupt eine richtige Düngung?
Es gibt – egal welches Ergebnis bei deiner Bodenuntersuchung oder Beobachtung auftreten – einen wichtigen Punkt:
Vermeide Überdüngung! Denn sie erzeugt Nährstoffmangel und Nährstoffverdrängung.
Vielleicht magst du jetzt denken: „Häh?“ Das ist kein Widerspruch. Hier paar Beispiele falls du das Ergebnis der Bodenanalyse in deinen Händen hälst:
- Schau dir den Wert der potenziellen und aktuellen Austauschkapazität an. Dieser Wert zeigt an, wie gut die mikrobielle Besiedelung deines Bodens ist. Wenn beide Werte weit auseinander liegen (etwa ab 80%) so kann der Boden die Nährstoffe nicht halten. Obwohl du ständig Dünger nachlegst, leiden die Pflanzen unter Nährstoffmangel.
- Der Humusgehalt spiel ebenfalls eine große Rolle. Wenn dein Humusgehalt deines Bodens unter 3% liegt kann dein Boden ebenfalls Nährstoffe nicht binden. Noch schlimmer. Ein zu geringer Humusgehalt führt zur Ausbreitung von Unkraut. Unkraut ist dann wie unsere Immunabwehr. Der Boden versucht sich selbst organisches Material (in Form von Unkraut) zuzuführen. Daher wächst Unkraut meistens mit relativ viel Blattmasse.
- Oder im Ergebnis steht, dass dein Boden mit Kalzium, Magnesium oder Kalium übersättigt ist. Das führt dazu, dass deine Pflanzen verdursten obwohl Wasser im Boden steckt. Die vielen Mikroporen in der Erde halten das Wasser fest bei sich.
Diese 3 Beispiele sind nur ein Fünkchen aus dem Leben unseres Bodens. Diese Verkettung von Ursache und Wirkung ist undurchdringlich.

Deinen Boden im Garten langfristig verbessern: ohne Chemie
Wichtig ist: Unsere Pflanzen ernähren sich auf 2 Wegen. Aus dem Boden und aus der Zufuhr von Dünger. Jedoch kann der zweite Weg im Besten Fall vernachlässigt werden. Wenn der Boden erstmal optimal eingestellt ist, so füttert er sich praktisch von selbst. Dabei ist ein aktives Bodenleben zu fördern und nicht zu stören.
- Der erste Schritt: Verzicht auf mineralische Düngung
Mineralische Düngung schädigen durch ihre Salzwirkung die Bodenlebewesen. - Der zweite Schritt ist die Bodenlebewesen zu aktivieren. Dazu später mehr.
- Wenn die Bodenlebewesen aktiviert sind, kannst du dich auf den Bodenstoffwechsel konzentrieren. Das geht durch den Anbau von Zwischenfrüchten ganz gut – damit ist Gründünger gemeint. Das beste Bodenergebnis erhältst du hier, wenn du im Herbst die Gründünung mit organischen Dünger zusätzlich düngst. Dann werden die Nährstoffe besonders gut gespeichert und der Humusgehalt des Bodens steigt.
Den Boden im Garten verbessern: muss ich meinen Boden umgraben?
Ich vertrete hierzu eine ganz klare Meinung: wenn man durch den Boden raspelt wie eine gefräßige Maschine dann sicherlich nicht. Wenn deine Erde wie eine schlecht gebackene Torte in Schichten auseinanderfällt (oder sich wie ein Buch öffnet), dann ist das ein ganz klares Zeichen dafür, dass der Boden gelockert werden sollte. Die Betonung liegt allerdings auf „gelockert“, nicht umgegraben. Je weniger du den Boden bearbeitest, desto stabiler wird das Bodenleben. Dauerhaftes Hacken und Fräsen zerstört auf Dauer die natürliche Bodenstruktur.
Eine Bodenverdichtung kannst du übrigens auch auf deiner Bodenanalyse durch das Labor sehen. Wenn das Verhältnis von Kalzium und Magnesium enger liegt als 7:1 hast du meist eine Bodenverdichtung. Dieser Boden sollte zwingend gelockert werden.
Den Boden verbessern: nicht umgraben, sondern lockern
In einem verdichteten Boden ist nichts los, das heißt es ist kein Lebensraum für Regenwürmer und andere wichtige Bodenlebewesen. Die Folge ist Kümmerwuchs, mangelnder / „stehender“ Gasaustausch und schlechte Wasserhaltefähigkeit des Bodens.
Du musst den Boden nicht gefühlt einen Meter tief um furchen. Die Mikroorganismen hätten gerne Millimetergroße Löcher, das reicht ihnen. Ich nutze zum Lockern des Bodens meinen geliebten „Sauzahn“. Damit fahre ich maximal 30 Zentimeter in den Boden. Danach wird die Bodenoberfläche wieder verschlossen, denn die Gase sollen nicht dauerhaft mit der Luft im Austausch stehen. Die Gase gehören vor allem in den Boden, viele Mikroorganismen brauchen diese. Sie sind Nahrung und Energie für die kleinen putzigen Viecher. Ebenso hilft das Einstreuen von Gründünger mit langen Wurzeln optimal gegen Bodenverdichtung und steigert gleichzeitig den Humusgehalt deines Bodens. Der ideale Zeitpunkt zum Umgraben ist übrigens im Spätsommer/Herbst. In diesem Zeitraum wächst die Gründüngung noch schnell an.
Beachte immer die mindestens 6 Grad Bodentemperatur. Das Umgraben bei darunter liegender Bodentemperatur fördert sehr stark das Aufkeimen von Unkraut und vor allem kann es Schaden an der Bodengare verursachen, die jahrelang anhalten.

Den Boden im Garten verbessern: wie aktiviere ich die Bodenlebewesen?
Es gibt verschiedene Methoden den Bodenorganismen eine Portion Lebensenergie zu geben.
Füttere Bodenlebewesen, dann füttern sie deine Pflanzen.
Den Boden verbessern: die Flächenrotte
Große Mengen von frischem grünen Material werden locker und flach im Boden eingearbeitet. Die Betonung liegt in diesem Satz vor allem auf dem Wort „grün“. Relativ schnell aktivieren sich die Bodenlebewesen und zersetzen das Material. Es ist der effektivste Dünger.
Grün ist ab sofort deine Lieblingsfarbe.
Den Boden verbessern: mit Pflanzenfermenten
Ich muss zugeben, dass das Thema der Pflanzenfermente völlig neu für mich ist. Obwohl Pflanzenfermente das Beste für unseren Boden sind. Es handelt sich hierbei um Milchsäurebakterien gepaart mit Hefepilzen. Der Stoff aus dem das Leben besteht. Das ist unsere Nahrung und unsere Energie. Pflanzenfermente gleichen fehlende organische Substanzen aus und bereichern den Boden mit biologisch aktiven Mikroben. Das führt zur Zunahme der Bodengare, zum Abbau von Unkräuter und zur Unterdrückung von Pflanzenkrankheiten! Pflanzenferment sind sozusagen das Immunsystem des Bodens.
Du kannst Pflanzenfermente fertig kaufen, sie werden meist als Bodenverjüngerer oder als sogenannte Effektive Mikroorganismen bezeichnet.
Den Boden verbessern: immer etwas wachsen lassen
Halte deinen Boden so lange wie möglich bewachsen. Dafür kannst du Gründünger zwischen deine Pflanzen und Gemüse streuen. Wie das genau geht kannst du im verlinkten Blogbeitrag lesen.
Den Boden verbessern: Komposttee für den Boden
Komposttee eine wässrige Lösung, die aus reifem Kompost hergestellt wird. In diesem Komposttee können sich Mikroorganismen, Bakterien und Pilze vermehren und gelangen mit dem Ausbringen dann in den Boden. Warum empfehle ich das?
Komposttee ist das Mittel gegen abiotischen Stress. Das ist der Stress den Pflanzen bei Wetterextremen haben. Auch Pflanzen stecken Hitze und Trockenheit nicht einfach so weg. Sie reduzieren ihre Fotosyntheseleistung und leiten dadurch weniger energiereiche Kohlenhydrate von den Wurzeln in die Erde. Wenn die Mikroorganismen nicht durch Energie belebt werden, sinkt die Produktion von Nährstoffen für die Pflanze und auch die Wasserverfügbarkeit. Das ist nicht gut für deine Pflanzen. Das Immunsystem der Pflanze leidet und wird anfällig für Krankheiten.
Komposttee selbst Schritt für Schritt herstellen
Die Herstellung ist nicht kompliziert. Du brauchst einen 10 Liter Eimer, 1 Liter reifen Kompost, 10 Liter Regenwasser, ein Baumwolltuch oder Nylonstrumpf und etwas zum Umrühren.
Um den Ansatz herzustellen kannst du den Kompost in den Nylonstrumpf geben. Er wird dann wie eine Art Teebeutel in den Wassereimer gehängt. Lass den Kompost mind. 24 Stunden und max. 36 Stunden ziehen. Bitte das Wasser mehrmals täglich kräftig umrühren, es ist wichtig, dass durch das Umrühren Luft in das Wasser eingearbeitet wird.
Nach 36 Stunden spätestens den Komposttee direkt verwenden. Länger sollte er nicht stehen, weil sich sonst unerwünschte Mikroorganismen entwickeln können. Der fertige Tee sollte leicht bräunlich sein und angenehm nach Waldboden riechen.
Komposttee im Garten richtig anwenden
Der Komposttee wird direkt auf den Boden gegossen. Im Frühjahr ausgebracht hilft er bei der Aktivierung des Bodens. Dafür solltest du vorher den Boden lockern. Im Sommer hilft er den Boden sich von Trockenstress besser zu regenerieren.
Dosierung: 1 Liter Komposttee für etwa 10 Quadratmeter.
Leseempfehlung – Regenerative Landwirtschaft von Dietmar Näser

Dieses Buch ist das spannendste Buch ever! Ein Krimi kann nicht besser sein. Nicht mal Game of Thrones. Das Buch handelt von Bodenfruchtbarkeit. Das Ziel: ein aktives Bodenleben erreichen und damit Pflanzenwachstum und -gesundheit stärken. Das Buch richtet sich hauptsächlich an die Landwirtschaft und an Menschen, die die Grundlagen von Bodenkunde und Dünger verstehen und mehr aus ihrem Boden rausholen wollen. Passionierte Gärtner und Profis werden sich hier wunderbar austoben können. Ich kam beim Lesen aus dem Staunen nicht mehr raus. So spannend ist unser Boden.
Dietmar Näser ist der Profi für Regenerative Landwirtschaft, eine Alternative zur herkömmlichen Bodenbearbeitung. Ihm ist wichtig, dass die Betriebe nicht reagieren, sondern etwas mit ihrem Boden bewirken. Zu haben ist das Buch beim Ulmer-Verlag.






Ich finde deine Seite und Ideen sehr informativ und interessant!!!!
Vielleicht kann ich hiermit ein paar Fragen loswerden?
Ich versuche es mal: Ich möchte unser Staudenbeet auf Lehmboden neu gestalten, da es nur bis Anfang/Mitte Juni toll blüht und danach fast nur noch Schafgarbe zu sehen ist und alles andere verdorrt aussieht. Das geht jetzt schon die letzten 2 Jahre so und es werden immer weniger Sorten, die es überleben (auch Storchschnabel, Nelkenwurz).
Ich möchte alle Pflanzen rausnehmen, 15cm rausnehmen, umgraben, mit Kompost und etwas Sand verbessern. Danach Pflanzen setzen und eine Mulchschicht aus Sand ca.15cm darauf bringen. Kann das was bringen?
Kann ich dafür winterharten Stauden weiterverwenden wie z.B.
Perovskia atriplicifolia, ‚Blue Spire‘
Eryngium planum ‚Blue Hobbit‘
Sedum telephium ‚Herbstfreude‘
Nepeta racemosa ‚Superba‘
Aster novae-angliae ‚Andenken an Paul Gerber‘ (Syn. Symphyotrichum novae-angliae)
Dianthus Hybride ‚Devon Cream‘
Helenium x cultorum
Papaver orientale
Gaura lindheimeri (weiß)
Aquilegia caerulea ‚Maxistar‘
Allium ‘Gladiator’
Geum chiloense ‚Mai Tai‘
Alchemilla caucasica
Salvia nemorosa ‚Viola Klose‘
Achillea Filipendulina-Hybride ‚Feuerland‘
Echinacea purpurea ‚Red Knee High‘
Iris barbata-elatior ‚Ola Kala‘
Salvia nemorosa, ‚Caradonna‘)?
Ich möchte keine Gräser und möglichst wenig Stauden, die aussamen, da unser Staudenbeet zur Grenze zum Nachbarn liegt und dieser sich ständig über den Samen der Margeriten beschwert.
Vielleicht habt ihr dafür ein paar Ideen? Das Beet ist insgesamt 8m lang und 2,5m tief und 3-geteilt durch 4 Thujen .
Hallo liebe Annett, vielen Dank, dass du meine Seite informativ und interessant findest, hat mich sehr gefreut.
Zu deinen Fragen kann ich leider keine konkrete Antwort geben, da mir viele Informationen fehlen. Das wäre unprofessionell dir da was ins Blaue zu raten. Denn ich weiß nicht, woran es letztlich lag, dass deine Pflanzen nicht gut gewachsen sind. Da ich auch die Gegebenheiten vor Ort nicht kenne (Standort etc.) kann ich dir auch nicht sagen, ob die ausgewählten Stauden korrekt sind. Ich habe da verschiedene Blogbeiträge, wo du dich einlesen kannst. Vor allem der Blogbeitrag zur Bodenkunde und dann zum Standort. Zudem habe ich auch einen Blogbeitrag zur Beetplanung und zum korrekt gewählten Abstand für Stauden bzw. Pflanzen. Die würde ich dir ans Herz legen. Aber vor allem den Blogbeitrag zum Thema Standort/Lichtverhältnisse/Bodenkunde.
VG
Natalie Bauer / Wildes Gartenherz
Vielen Dank für diesen äußerst informativen und praxisnahen Beitrag zur Bodenkunde! Die detaillierten Erklärungen zu den verschiedenen Bodenarten und die anschaulichen Tipps zur Bodenverbesserung sind besonders hilfreich. Durch die verständliche Darstellung fühle ich mich nun bestens gerüstet, die Qualität meines Gartenbodens zu beurteilen und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung zu ergreifen. Ein wirklich wertvoller Leitfaden für alle Gartenliebhaber!
Hallo Markus, das freut mich 🙂 Vielen Dank!
VG
Natalie Bauer / Wildes Gartenherz
Wow, das nenne ich mal fundierte Informationen zum Thema Boden! Respekt! Liebe Grüße, Barbara
Danke dir, liebe Barbara!
LG
Liebe Natalie,
Du versprichst wirklich nicht zu viel, wenn Du behauptest „voll den schönen Newsletter“ zu haben! Die kleine Bodenkunde ist sehr interessant beschrieben und einfach erklärt, worauf es ankommt. Hätten wir keinen Frost mehr, würde ich direkt mit dem Spaten in unseren Garten gehen, um einen „Tortenstück“ aus dem Beet zu stechen, daran zu schnuppern und nach den Regenwürmer zu gucken. 🙂 Es kann aber nicht mehr lang dauern, und dann werde ich dieser Sache auf den Grund gehen. 😉
Du hast mich auf jeden Fall inspiriert, danke dafür!
Hallo liebe Barbarella, oh vielen Dank für dein Kommentar! Bei uns ist der Boden nicht mehr gefrostet 🙂 Es ist sogar ziemlich warm dieses Wochenende. Im Boden geschnuppert, habe ich daher schon 🙂
LG
Super geschriebener und informativer Artikel :-). In diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen
Freut mich Christopher 🙂