Willst du auch Gartenplaner werden? In meinem Blogartikel zeige ich dir meine Erfahrungen, persönliche Einblicke und konkrete Situationen mit Ängsten, Gegenwind, Selbstzweifeln und Geldthemen.
Gartenplaner werden: gibt es ein Erfolgsrezept?
Das bedeutet: es gibt keine Erfolgsformel. Es ist nicht a+b=c. Du kannst nicht den Weg eines erfolgreichen Gartenplaners kopieren und dasselbe erhalten. Das Leben ist keine mathematische Formel. Erwarte am besten nichts. Tue es, weil du es tun willst. Nicht, weil du etwas haben willst.
Das hier ist kein Artikel, wo ich dir sage, mache dies und jenes und du wirst Gartenplaner. Das hier ist einfach ein ehrlicher Blogbeitrag über mich. Warum? Ein Einzelunternehmen steht oder fällt mit der Person, die es führt. Daher geht es hier auch um mich als Person — und darum, wie mein beruflicher Weg überhaupt möglich wurde.
Doch eine Sache habe ich gelernt: Ein Einzelunternehmer ist eine Person, zu der du werden musst. Und die ist schwerer aufzubauen als das Einzelunternehmen selbst.
Das hier ist keine Erfolgsgeschichte ohne Probleme. Wenn du Gartenplaner werden willst, dann werden Zweifel und Hürden dich begleiten: Ängste, Gegenwind, Selbstzweifel und Geldthemen. Und entscheidend ist, wie du damit umgehst.
Die Leidenschaft für Gärten war schon immer da
Jetzt kommt es: ich muss in meiner Kindheit beginnen. Denn warum auch immer, die Leidenschaft für Gärten war gefühlt von Anfang an da. Und ich weiß nicht, woher sie kam. In meiner Familie ist niemand wirklich gartenverrückt. Der Anbau von Gemüse und Obst im eigenen Garten oder im Schrebergarten war selbstverständlich in Polen. Das war Alltag. Nur meine Großeltern mütterlicherseits waren Bauern. Das war in Polen. In der hintersten Ecke, ohne jegliche Nachbarn. Selbstversorger, mit allem was dazu gehörte: Hühner, Kühe, Schweine, mit Weizenfeldern, Bienen und allem, was der Wald hergab. Am Morgen die Tiere versorgen, dann in den Wald Pfefferlinge sammeln, um diese mit Rührei zu einem der besten Frühstücksmöglichkeiten zu machen. Abends mit dem Pflug das Feld bestellen.

Doch mit Gärten kam ich erst in Berührung als ich Freunde und Bekannte meiner Eltern besuchte. Ich erinnere mich sehr gut an die Gartenfrauen, mit ihren einfachen Blumenkleidern, denen mühelos alles zu gelingen schien: der Garten, der Mann, das Kochen und Backen und ihre Standfestigkeit beim Trinken. Sie und ihre Blumen infizierten mich mit einem Virus, das hoffentlich nie geheilt wird.
Warum Gärten meine Leidenschaft sind
Ich war ein Stöpsel. Vielleicht 2 bis 3 Jahre alt. Meine Erinnerung an meine Kindheit reicht sehr weit zurück. Und so erinnere ich mich, wie ich mit den trinkfesten Blumen-Frauen durch ihren Garten schlenderte. Ich weiß genau, dass ich eine Führung einforderte als ich die bunten Blumen sah. Überwuchert von Cosmeen und eingehüllt in duftende Bartnelken, die genau vor meiner Nase wuchsen, lief ich durch die Gärten. Eine Frau zog fette Möhren aus dem Boden. Anbau von Gemüse und Blumen waren damals eins. Eine andere erntete mit mir Gurken und Dill. Das wurde dann eingelegt. Überall roch es nach frischen Einlegegurken und Dill – das und die Nelken waren der Duft meiner Kindheit.
Das alles klingt sehr schön. Doch die andere Seite der Medaille ist, dass ich keine schöne Kindheit hatte und die Momente in diesen Gärten das krasse Gegenteil waren. In den Gärten war es friedlich, ruhig, bunt, alles schön und glücklich. Garten war meine Therapie, von Anfang an. Und genau daraus entstand meine Motivation als Gartenplanerin: Gärten zu erschaffen, die Frieden bringen und Menschen glücklich machen.
Stadtleben: das ist nicht mein natürliches Habitat
Wir wohnten in Polen leider in der Stadt. In Oppeln gab es gefühlt keinen grünen Fleck. Mir kamen die Menschen bzw. unsere Nachbarn nicht so nett vor, wie die Landfrauen. Ich dachte als kleiner Stöpsel, dass es an den fehlenden Gärten liegen müsste. Das war für mich die einzig logische Erklärung. Jedenfalls träumte ich mich weg in die Gärten und klammerte mich an jedes Fleckchen Grün, das ich bekommen konnte. Mit 4 Jahren reisten wir dann als Spätaussiedler nach Deutschland aus. Und auch da, nur wieder Stadt. Ein Balkon war das höchste der Gefühle. Bepflanzt mit roten Geranien, worüber sich die Nachbarn beschwerten. Ich hatte eine jahrelange Durststrecke von Garten vor mir. Und für mich fühlte sich diese lange Durststrecke ohne Garten schrecklich an.
Gartenplaner werden: mein erster Garten
Mit 17 zog ich bereits sehr schnell zu meinem Mann. Rückblickend war das auch eine Flucht aus meinem damaligen Zuhause. Doch es geschah auch aus Liebe zu meinem Mann, der bis heute zu den wichtigsten Personen in meinem Leben gehört. Ab diesem Zeitpunkt ging es in meinem Leben bergauf. Bergauf hieß aber nicht, dass es immer rosig war. Ganz im Gegenteil. Ich hatte einiges zu verarbeiten und viele Kämpfe auszutragen. Ich war ehrlich gesagt kratzig und wild und mein Kratzbaum war vor allem mein Mann. Doch er blieb an meiner Seite.
Mein Mann bzw. meine Schwiegereltern hatten einen kleinen Garten. Der müsste so um die putzige 150 Quadratmeter gehabt haben. Endlich Garten. Obwohl ich erst so kurz mit meinem Mann zusammen war, gaben die Schwiegereltern ihren Garten in meine Hände, der aus Rasen und zwei großen Bäumen bestand, die viel Schatten spendeten. Teilen musste ich mir den Garten mit drei fauchenden Schildkröten, die auch noch gerne weiterhin darin leben wollten.
Meine ersten Gartenversuche: Autodidakt und Freigeist
Mein erstes Gartenprojekt war eine Wildblumenwiese. Doch kurze Zeit später wollte ich mehr. Ich las alles über Garten, was mir in die Quere kam. Bücher, Zeitschriften, Internet (das kam damals so richtig in Fahrt). Ich bin absolute Autodidaktin und habe mir mein Gartenwissen ohne Hilfe selbst angeeignet.

Zu dieser Zeit habe ich meine Ausbildung als Justizfachangestellte abgeschlossen. Doch ich wollte mehr, da ich Angst vor Langeweile im Beruf hatte. Also holte ich mein Abitur in 2 Jahren nach und studierte erstmal Jura. Ich bestand die Orientierungsprüfung an der Universität Mannheim und fühlte mich zum ersten Mal in meinem Leben vollkommen leer.
Ich brach das Studium von heute auf morgen ab. Auslöser war eine Aussage eines Jura-Professors auf meine Frage, wo in der Justiz Platz für das selbständige Denken wäre. Er antwortete: Für’s selbständige Denken bekommen Sie Punktabzug!
Diesen Satz werde ich in meinem Leben nie vergessen. Er hat sich eingebrannt. Er hat mein Leben verändert. Ich wollte selbständig denken, ich konnte gar nicht anders denken. Ich war schon immer ein Freigeist, hinterfrage gerne, forsche, lerne und stöbere. Das Leben musste mehr sein als dem Gefühl hinter her zu rennen, in der Justiz, irgendwas aus meiner Vergangenheit wieder gerade biegen zu können. Rechtsschaffend kann ich auch außerhalb des Jurastudiums sein.
Die Suche nach einer neuen beruflichen Ausbildung
Ich schmiss also alles hin und war dann erstmal orientierungslos. Ein Ziel vor Augen zu haben ist so wichtig. Das war urplötzlich weg. Was mache ich nun? Was mache ich hier überhaupt? Meine einzige Stütze: mein Mann und mein Garten. Jetzt, wo ich zurückblicke, weiß ich, dass dieser Schritt, mein Leben und meine Ziele hinter mir zu lassen, ein Schritt in die richtige Richtung war. Nur wusste ich es damals noch nicht. Mein Leben fühlte sich bis dato falsch an und ich wusste nicht, warum. Jedenfalls zog ich das erste Mal etwas nicht einfach durch. Eine immens wichtige Erfahrung. Einfach mal sein lassen, wenn es nicht glücklich macht. Einfach mal Korrektur laufen, wenn man falsch abgebogen ist. Das klingt so banal, so einfach. Und dennoch ist es so schwer!



In dieser Zeit legte ich den Garten meiner Schwiegermutter neu an. Kreisförmige und ovale Staudenbeete wurden es. Ich wollte einen Bauerngarten und holte aus dem eigentlichen Schattengarten alles raus. Und scheiterte kläglich. Schattengarten ist eben ein Schattengarten. Und so stand dieser Garten innerlich für mich. Das bunte, wilde Leben wollte in mir toben, doch da war nur ein Nebel, der mich orientierungslos zurücklies.
Doch kein Gartenplaner werden: nochmal ein Studium
Eher eine Notfalllösung immatrikulierte ich mich 2006 an der Universität Mainz. Ich studierte fortan Kulturanthropologie und Pädagogik (Schwerpunkt Weiterbildung/Erwachsenenbildung). An der Universität Mainz konnte ich stundenlang in der Bibliothek schmökern. Es eröffnete sich in Mainz eine Welt, die ich nicht erwartet habe: voller Wissen, Bücher und selbständigem Denken.
Ich verbrachte jede freie Minute im botanischen Garten und las dort tonnenweise Bücher. Und irgendwann traf ich auf Carl Rogers und seine personenzentrierte Gesprächsführung.
Carl Rogers wurde für mich zu einer wichtigen inneren Orientierung. Ich verschlang alle seine Videos zu Klientengesprächen und übernahm seine Werte „Wertschätzung“, „Empathie“ und „Klarheit“. Mehr braucht ein Mensch nicht, sagt Rogers. Ich ergänze noch: und Garten. Und doch merkte ich nicht, dass das genau das war, was ich selbst brauchte: Wertschätzung, Empathie und Klarheit. Doch auch die Kulturanthropologie gewann mein Herz. Ich spezialisierte mich im Studium auf die Thanatologie (Sterbeforschung) und schrieb meine Magisterarbeit über das Thema der Hausaufbahrung (Die Tradition des Aufbahrens von Verstorbenen nach dem Tod im häuslichen Umfeld).
Was der Tod mit allem zu tun hat
Meine Magisterarbeit zum Thema der Hausaufbahrung war ein Meilenstein in meinem Leben. Eine Hausaufbahrung ist die Aufbahrung eines Leichnams für eine bestimmte Zeit im eigenen Wohnraum. Eine längst vergessene bzw. tot geglaubte Tradition, die es jedoch bis heute noch gibt. Und die auch erlaubt ist. Dafür führte ich mehrere qualitative Interviews mit Menschen durch, die ihre verstorbenen Verwandten zu Hause aufbahrten.


Die Offenheit und das Vertrauen meiner Gesprächspartner beeindruckte mich nachhaltig. Wenn du Gartenplaner werden willst, dann musst du dich nicht mit Thanatologie beschäftigen. Und doch war auch das ein Meilenstein auf meinem Weg, um Gartenplaner zu werden. Denn ich wusste durch die Gespräche: das Leben ist kurz. Und das Wertvollste, was du hast, ist Lebenszeit.
Meine erste Anstellung: kein Gartenplaner werden, sondern Arbeitsvermittlerin
Ich schaffte mein Studium mit sehr guten Abschlussnoten und schleuderte direkt in die Arbeitslosigkeit. Ich war also wieder in der Orientierung und versuchte den schweren Schritt ins Arbeitsleben irgendwie zu meistern. Doch: das Leben schickt dir einen neuen Anfang, wenn du bereit bist. Meine Arbeitslosigkeit hatte am 01.10.2012 ein Ende. Laut Arbeitsvertrag war ich Arbeitsvermittlerin im Jobcenter, doch eigentlich war ich Sozialarbeiterin.
Denn ich hatte Menschen mit schwerwiegenden Vermittlungshemmnissen am Tisch. Alkoholiker, Drogenabhängige, Menschen mit Schizophrenie, Depression, Persönlichkeitsstörungen oder Menschen mit keinerlei Empathie und hohem Aggressionspotenzial. Ich wusste Carl Rogers an meiner Seite und das war gut.
Doch als Arbeitsvermittlerin sind die Hände gebunden. Es gab nur zwei Sachen, die ich machen konnte: Schnellstmöglich erkennen, wenn jemand nicht arbeiten kann, um denjenigen in die Erwerbsminderungsrente zu führen oder zu erkennen, dass jemand Potential und Motivation hat und ihn mit allen Mitteln zu fördern. Soweit bis er wirklich etwas Neues lernen konnte, eine Weiterbildung oder Umschulung. Ich glaube fest selbst daran, dass Bücher bzw. Wissen etwas im Menschen heilen können. Ich habe es oftmals an „meinen Kunden“ gesehen.
Die beste Investition in deinem Leben: in dich! Investiere alles in dich! Nicht nur in deine berufliche Karriere, nicht das Außen. Sondern auch in dein inneres Wachstum.
Gib Menschen eine Chance und sie blühen auf
Ich bekam im Job immer mehr Verantwortung und spezialisierte mich auf Weiterbildungen/Umschulungen. Als Bildungskoordinatorin durfte ich erleben, was passiert, wenn Menschen Chancen und Wertschätzung erhielten: sie blühten auf.
Auch ich gab mir als Ausgleich etwas zum Blühen: meinen Garten. Ich und mein Mann haben angefangen ein Haus zu suchen. Wir wollten raus aufs Land, am Besten ein großes Grundstück mit einem kleinen, alten Bauernhäuschen. Wir fanden es letztlich nach langer Suche hier in Rheinland-Pfalz und zogen 2013 ein. Ich war damals 30 Jahre alt.
Endlich ein Stück Garten auf dem Land. Ich konnte es nicht fassen! Ich war so glücklich, endlich konnte ich loslegen. In den letzten Jahren hatte ich mir einiges an Fachwissen angelegt und auch die ersten Gartenversuche hinter mich gebracht. Mit mäßigem Erfolg.
Aber: dennoch sehr wichtig. Fehler machen ist absolut in Ordnung. Das habe ich lernen müssen. Es ist das Normalste auf der Welt und auch überhaupt kein Beinbruch. Jeder Mensch macht Fehler. Lerne draus und mach weiter.
Gartenplaner werden: scheitern, scheitern, Fehler machen
Ich wählte also erstmal den Weg der Erfahrung. Ich übte in meinem eigenen, neuen Garten, der etwa knapp 1000 qm hatte. Das Ausprobieren, Fehler machen und das Sammeln praktischer Erfahrungen hat mir richtig gefallen.


Hauptsächlich erstmal ohne festen Plan. Ich legte einfach los. Ganz ausführlich beschreibe ich mein Vorgehen in meinem Blogbeitrag zu Vorher-Nachher. Ich probierte alles aus. Ich legte einen Gemüsegarten an, zauberte mir ein paar Staudenflächen in den Garten und sah erstmal zu, wie es sich entwickelte. Es war gar nicht so schlecht für den Anfang. Doch dann begann ich mir Pläne zu machen. Was mich sehr weitergebracht hat. Denn so konnte ich vergleichen: was sagt der Plan, was sagt die Realität? Was ging schief? Und warum?
Mir wurde in dieser Zeit sehr klar, dass Garten einen großen Stellenwert in meinem Leben haben würde. Vielleicht sogar DEN Stellenwert.
Wenn das Gleichgewicht kippt und Frust gewinnt
Auf der Arbeit ging es stetig voran. Doch irgendwann, nach 6 Jahren, schlich sich eine Unzufriedenheit ein. Ich übernahm immer mehr Arbeit, immer mehr Sonderarbeit. Das hatte einen Grund. Ich wollte unbedingt weiterkommen. Karriere machen. Die Worte klingen aus heutiger Sicht so merkwürdig, schon fast lächerlich. Aber so war das damals. Ich wollte große Karriere machen und etwas darstellen.
Ich war fachlich sehr erfolgreich, führte ein kleines Team und hielt Vorträge. Alles zur vollsten Zufriedenheit. Als dann mein Antrag im öffentlichen Dienst auf Höhergruppierung abgelehnt wurde (wir reden hier netto von ein paar Euro im Monat) begann ich zu straucheln. Die Waage des Gleichgewichts kippte. Das Geben und das Erhalten passte überhaupt nicht mehr zusammen. Die Begründung empfand ich als enttäuschend und vorgeschoben: man wollte im Grunde kein Präzedenzfall schaffen. Könnten ja auch andere dann wollen.

Ich wandelte mich danach immer mehr zu einem frustrierten Bündel und merkte, dass ich nicht mehr runterfahren konnte. Meinen Frust bekamen dann auch Führungskräfte ab, weil sie nicht zuhörten, wurde ich immer lauter. Und so war es logisch, dass sie irgendwann sagten, dass sie mich erst fördern würden, wenn ich meinen perfektionistischen Anspruch aufgebe und gelassener werde. Heute frage ich mich, wer perfektionistisch war? Tatsächlich ich oder der Anspruch meines Bereichsleiters an mich, der trotz meiner super Arbeit immer noch etwas sah, was an mir nicht gut genug war.
Mein Frust und eine folgenreiche Entscheidung
Der Frust auf der Arbeit führte dazu, dass ich mir viele Gedanken über meine Zukunft machte. Ich fühlte mich auf einmal mit dem Rücken zur Wand. Ich musste da raus und fand keinen Ausweg, denn ich merkte, dass ich völlig auf das Wohlwollen einer Person angewiesen bin und nicht mehr steuern kann. Anfangs versuchte mir mein Bereichsleiter Angst zu machen und sagte mir, dass ich woanders neu anfangen müsste und alles verlieren würde, was ich mir bisher beruflich aufgebaut habe.
Diese Sprüche bzw. Glaubenssätze kannte ich so gut. Doch ich wusste, dass diese Glaubenssätze eine Lüge sind. Damit konnte man mich nicht mehr gefangen halten.
Und so traf ich eine folgenreiche Entscheidung. Eine Entscheidung für ein weiteres Puzzleteil „Gartenplanerin“. Das war im Oktober 2016. Ich begann einen Onlinekurs zur Gartenplanerin. Einfach so! Von heute auf morgen. Ich hatte alles satt. Und zum ersten Mal in meinem Leben traf ich eine echte Entscheidung. Keine Notfalllösung, keine Tür, die mir jemand anderes aufmachte, kein Mitmachen. Nein, eine echte Entscheidung. MEINE Entscheidung. Etwas, das ich tun wollte und mich aktiv dazu entschied. Wenn du Gartenplaner werden willst, dann brauchst du Entscheidungen.
Gartenplaner werden: Mein Weg nahm Form an
Der Onlinekurs zur Gartenplanerin entpuppte sich nicht als der richtige Kurs, aber das machte nichts. Ich hatte Blut geleckt und ging dann weiter und meldete mich bei dem Gartenbauverein als Gartenfachwart an. Auch der Kurs hatte nichts mit Gartenplanungen zu tun, doch in beiden wurde viel Gartenwissen vermittelt. Das ist die Grundbasis einer guten Gartenplanerin. Praktische Kenntnisse von der Pike auf.
In der Zwischenzeit, es war nun 2018, versuchte ich ein letztes Mal bei meinem Bereichsleiter das einzufordern, was mir zustand. Ohne Erfolg. Die Waage kippte endgültig. Ich steckte in einer tiefen Gratifikationskrise.


Der Begriff der Gratifikationskrise ist noch relativ unbekannt, im Gegensatz zum Burnout. Bei der Gratifikationskrise geht es darum, dass die Anforderungen an einen Arbeitnehmer vom üblichen Maß abweichen. Ich wurde immer wieder an meine Leistungsgrenze gebracht. Das war von mir gewünscht, weil ich mir ein Weiterkommen versprach. Stress kommt aber tatsächlich erst dann auf, wenn die Tätigkeiten erfolgreich bewältigt, aber nicht angemessen belohnt werden. Dazu gehört nicht unbedingt Geld, sondern auch berufliche Aufstiegschancen und vor allem Anerkennung und Wertschätzung für meine Leistung. Ganz viele Menschen da draußen haben gar kein Burnout, sondern eine Gratifikationskrise.
Der Weg zur Gartenplanerin war steinig
Ein Jahr lang hat es gedauert meine Gratifikationskrise zu meistern. Doch genau in dieser Krise entstand was wunderbares: das Wilde Gartenherz. Rückblickend habe ich gelernt, dass in Krisen oft auch der Anfang von etwas Neuem steckt.
Ich war nie ein Mensch, der anderen die Schuld für seine Situation gab. Ich wusste, nur ich bin dafür verantwortlich. Denn ich hätte viel früher kündigen sollen. Stattdessen bin ich in einem Umfeld geblieben, was mir überhaupt nicht gut tat.

Ich kann niemanden ändern, nur ich kann mich und mein Leben verändern. Und ich musste etwas tun: mehr echten Genuss, weniger unliebsame Arbeit. Mehr „sein lassen“ und weniger Perfektion. Mehr Ja zu den richtigen Dingen und ein ganz klares Nein zu Dingen, die ich nicht will. „Es darf leicht sein“ ersetzte mein „mach weiter, das ist alles was du hast“. Aus meinem „letztlich bist du doch gescheitert“ wurde „da ist ein Weg und der ist das Ziel“.
Wildes Gartenherz entstand
Am 18.06.2018 entstand tatsächlich das Wilde Gartenherz. Wenn ich nur wüsste, wie es dazu kam. Ich suchte nach mehr Genuss, nach mehr Schönheit, nach mehr Positivität. Ich war zu dieser Zeit 24 Stunden im Garten. Daher war für mich irgendwie klar, dass ein Blog eine logische Konsequenz ist. Hier konnte ich im Winter oder bei schlechtem Wetter trotzdem was mit Garten machen. Überhaupt drehten sich alle Hobbys von mir um Garten. Ich fotografierte Gärten, ich aß und kochte in Gärten und so schrieb ich nun auch darüber. Wildes Gartenherz war daher zu diesem Zeitpunkt tatsächlich nur als reiner Gartenblog geplant.





So ganz klar war mir mein Weg mit Wildes Gartenherz am Anfang nicht. Ich wollte einfach über meinen Garten bloggen. Kreuz und Quer. Erst mit den Jahren verschärfte sich das Profil hin zu einem Blog rund um die Garten- und Pflanzplanung. Auslöser war wahrscheinlich meine Entscheidung mich endlich dem Thema „Gartenplanerin“ anzunehmen.
Gartenplaner werden: Warum ich für meine Ausbildung nach Großbritannien blickte
Gartenplaner werden, aber wie wird man das eigentlich? Das fragte ich mich 2018. Ich recherchierte. Erfolglos. Die Ausbildung zum Gartenplaner gab es in Deutschland gar nicht. Ich konnte zwar Landschaftsarchitektur studieren, aber ich hatte keine Lust auf die Planung von Landschaften. Ich wollte direkt mit Privatgärten starten, das war von Anfang an klar. Also blieb mir nichts anderes übrig als mich im Ausland umzusehen. Zumindest über Google. Ich hatte es schon geahnt, aber Great Britain war die Anlaufstelle Nummer 1, was Online-Qualifizierungen für Gartendesign betraf. Damals gab es noch kein Corona und alle dachten, dass Online-Schulungen eine Ausgeburt der Hölle waren: unmöglich zu bezwingen. Deutschland war und ist auch hier wirklich sehr rückständig. Also war es klar, ich buchte eine Online-Schulung zur Garden Designerin (also Gartenplanerin). Und das als völlige Englisch-Niete. Now we have the salad.
Ich investierte alles in diesen Kurs. Jede Minute. Jedes Buch, ich machte jedes Fitzelchen. Ich freundete mich zumindest ein bisschen mit der englischen Sprache an und paukte tatsächlich Vokabeln. Und gleichzeitig zog ich die Reißleine in meinem Job.
Mein Arbeitsvertrag als Arbeitsvermittlerin endete: Kündigung die Erste
Ich wusste, dass ich noch nicht bereit war sofort als Gartenplanerin zu arbeiten, denn schließlich habe ich erst den Kurs zur Gartendesignerin angefangen. Also war klar, dass ich vorübergehend woanders arbeiten muss, denn da bleiben, wo ich war, war keine Option mehr für mich. Nach einigen Monaten nachdem Wildes Gartenherz entstand zog ich also die Reißleine und bat um einen Aufhebungsvertrag. Denn ich hatte was in Aussicht.
Ich schrieb eine Bewerbung und hatte schon wenige Tage danach ein Telefonat und kurze Zeit später direkt eine Zusage für einen neuen Job. Mir war klar, dass ich im Jugendamt keinen besseren Job ergattert hatte, aber das war mir zu diesem Zeitpunkt egal. Doch danach kam es auch anders wie gedacht.
Neue Anstellung und damit neuer Fokus
Ich war im April 2019 auf dem Jugendamt angekommen, eingesetzt als Vormund und auch als Beistand. Parallel dazu beendete ich meinen Gartendesignkurs. Ganz sachte startete ich meine Selbständigkeit erstmal in Nebengewerben. Dass ich Gartenplanungen anbot, traute ich mich am Anfang gar nicht richtig zu sagen. Ich glaubte überhaupt nicht an mich selbst und versteckte das Angebot auf meiner Seite. Irgendwie tauchte ich erstmal ab und konzentrierte mich eher auf meinen Job im Jugendamt.
Denn hier lernte ich, wie oft Beziehungsmuster immer wieder durchlebt werden, nur für die Hoffnung, dass die Bezugsperson es nur einmal anders macht als die Eltern. Die Arbeit war also fordernd. Aber auch schön, ich lernte wundervolle Kinder und Pflegefamilien kennen.


Und nebenbei war ich noch selbständig. Gleichzeitig hatte ich durch die Arbeit auf dem Jugendamt das Gefühl, dass ich mich nicht auf meine Selbständigkeit konzentrieren konnte und kaum vorwärts kam.
Es kam dann alles schneller als gedacht: Gartenplaner über Nacht
Das endete als im März 2020 Corona kam und die Pandemie ausgerufen wurde. Den Sprung in die Selbständigkeit im Hauptgewerbe habe ich auch Corona zu verdanken, denn die Anfragen an mich Gärten zu planen explodierten quasi über Nacht. Trotz verstecktem Angebot auf meiner Seite. Ich war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Und auch das ist eine wichtige Message: wir sind nicht immer besondere Schneeflocken, oftmals ist es nur Glück.
Ich sprach mit meiner Chefin und reduzierte erstmal auf eine 30 Stunden-Woche und arbeitete nun parallel ernsthaft an meiner Selbständigkeit im Nebengewerbe. Doch es wurde immer mehr! Gleichzeitig bediente ich natürlich meinen Gartenblog und betrieb über Social Media ordentlich Marketing. Es war so viel! Ich konnte es teilweise nicht glauben. Und plötzlich hatte ich zwei Vollzeitjobs parallel. Ich hatte meine Kinder und meine Gartenplanungen.
Die Entscheidung für oder gegen Wildes Gartenherz: Kündigung die Zweite
Also sprach ich im Sommer 2022 mit meiner Chefin und bat erneut um eine Reduzierung meiner Arbeitsstunden. Ich wollte beides unter einen Hut bringen, „meine“ Kinder und „mein“ Wildes Gartenherz. Doch meine Chefin ging leider nicht mit. Und dann passierte etwas, was mir noch nie passiert ist. Mein Mund verselbständigte sich im Gespräch und sprach folgende Worte aus: dann kündige ich.


Mein Mund war einfach schneller als mein Hirn. Der Gedanke der Kündigung war bis zu diesem Zeitpunkt nicht existent. Er war auf einmal da. Ich hatte keine Sekunde überlegt. Meine Chefin war völlig perplex (ich auch) und glaubte mir nicht.
Doch es kam dazu. Zum 31.12.2022 habe ich gekündigt und seit dem 1.1.2023 bin ich im Vollerwerb selbstständig. Bis heute weiß ich nicht, was oder wer da aus mir gesprochen hat, aber ich bin sicher, dass es mein Wildes Gartenherz war, welches sich meiner Zunge bediente.
Gartenplaner werden: Die Vorbereitung auf die Selbständigkeit
Im Sommer 2022 kündigte ich und mir blieb ein halbes Jahr zur Vorbereitung für meine Vollzeit-Selbständigkeit als Gartenplanerin. Und die nutzte ich jede Sekunde. Ich arbeitete mich in Marketing ein, in Buchhaltung, in Markenrechte, ich baute die Seite ordentlich auf und ich studierte alles, was mit der Führung eines Einzelunternehmens zu tun hat. Das war und ist wichtig! Keinesfalls darfst du dir die Selbständigkeit schönreden, du musst dich auch mit den komplett unbeliebten Themen befassen und auch darin fit werden.



Lerne vor allem von den Fehlern anderer Unternehmer. Selbständige werden nicht erfolgreich, weil sie die richtigen Entscheidungen getroffen haben oder andere erfolgreiche Selbständige kopiert haben. Es ist eher das Vermeiden von falschen Entscheidungen. Gleichzeitig sparte ich alles an Geld, um ausreichende Rücklagen für meine Selbständigkeit zu bilden.
Doch das waren alles Peanuts. Ich merkte schon, wo der Haken an der ganzen Sache sein wird: mein Kopf. Ich litt schon immer unter Gedankenchaos und ständige Grübelei, also wusste ich, wo mein eigener größter Feind sitzt. Direkt hinter meinen Augen. Und er ist und war da, um mir alles Mögliche klein oder schlecht zu reden. Dass ich dies und jenes nicht kann, dass ich scheitern werde, dass ich versagen werde, dass ich alles gegen die Wand fahren werde. Gott sei Dank hatte ich meine Yogalehrerin Elisa an meiner Seite.
Die Yoga-Lehrerin, die mir etwas Entscheidendes bewusst machte
Meine Yoga-Lehrerin ist die liebe Elisa von KÖRPERGEFÜHL. Ich buchte bei ihr einen Coachingtermin, weil ich merkte, dass ich anfing mich vor meiner eigenen Entscheidung zu fürchten. Doch nie hätte ich die Kündigung zurückgenommen, aber dennoch war da diese lähmende und nervige Angst vor dem freien Fall: das absolute Loslassen von (vermeintlichen) Sicherheiten und die Angst vor dem Scheitern.
Die Erkenntnis vom Beratungstermin war: Ich war 40 Jahre alt und erst mit 40 Jahren fiel mir auf, dass ich in meinem Leben noch nie gescheitert bin. Bin ich nicht. Selbst die tiefsten Tiefpunkte waren kein Scheitern, im Gegensatz. Sie waren Wendepunkte in meinem Leben. Danach wurde es immer besser wie vorher. Gescheitert, nein. Umwege: vielleicht. Aber selbst in den schlechtesten Zeiten, selbst, als ich nicht mal Geld für Essen hatte während des Studiums, habe ich immer Lösungen und Wege gefunden. Und nicht nur das. In meinen schwierigsten Zeiten entstand das Wilde Gartenherz. Selbst als ich am Boden lag, hatte ich dennoch die Energie und die Leidenschaft dieses Projekt zu starten. Ich wusste also: ich bin nicht zu stoppen.
Wenn Ängste dich vor der Selbständigkeit übermannen
Doch nur weil der Kopf etwas versteht, heißt das nicht, dass der Körper schon mitzieht. In den Monaten vor meiner Selbständigkeit gab es Höhen und Tiefen. Ich wusste längst, dass ich diesen Weg gehen wollte. Aber kurz vor dem Start meldete sich noch einmal die Angst. Mein letzter Arbeitstag war kurz vor Silvester und dann war auch schon Silvester. Und plötzlich war da dieses neue Gefühl: Niemand überweist Ende des Monats automatisch Geld auf dein Konto.
Ich startete meine Selbständigkeit daher mit einer klassischen Panikattacke. Es passierte spät abends in der ersten Januarwoche. Plötzlich hatte ich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Mein Mann wusste nicht, was los war – und ich ehrlich gesagt auch nicht. In solchen Momenten denkt man wirklich, man wäre in Lebensgefahr.
Also zog ich mich an und lief spät abends hinaus aufs Feld. Ich musste raus, mich bewegen, irgendwie wieder ins Gleichgewicht kommen.



Ein paar Wochen zuvor war ich auf den Shaolin Temple Europe gestoßen und hatte das Shaolin 12-Monate Online Training „Self Mastery“ begonnen. Shi Heng Yi begleitete mich seitdem mit Übungen aus Kung Fu und Meditation. Und plötzlich fiel mir eine dieser Übungen ein: der „Chicken Walk“. Also lief ich mitten in der Nacht wie ein Huhn über das Feld. Es sah vermutlich absurd aus – aber es funktionierte. Mein Körper kam langsam wieder zur Ruhe, und mit ihm auch mein Kopf.
Wir alle haben innere Dämonen, die uns das Leben schwer machen. Mein innerer Dämon, den ich mir irgendwann mit einer Oni Maske visualisierte, will mich einfach scheitern sehen. Und wenn ich doch nicht scheitere, dann will er einfach nur zerstören und kaputt machen, was für mich wichtig und schön ist.
Innere Dämonen sind nichts anderes als Glaubenssätze. Negative Sätze über uns oder die Welt, die wir uns immer wieder sagen, weil sie uns früher immer wieder gesagt wurden.


Ich hatte diesen inneren Dämon und seine Gedankengänge absolut satt. Also erinnerte ich mich an eine Übung, die ich oft anwendete, wenn bspw. Erinnerungen oder Gefühle dabei waren die Oberhand zu gewinnen und erst später nach der Emotionalisierung bearbeitet werden sollen. Ich setzte den inneren Dämon in ein ausbruchsicheres, dickes Metallgefängnis ohne jegliche Ausgänge. Er war drin. Und plötzlich wurde es leise. Ich kam nach Hause und flog völlig erschöpft auf die Couch. Das war der Wendepunkt. Und danach begann eine richtig gute Zeit.
Von Klarheit zu Vertrauen zu Buddhismus
Vertrauen in der Selbständigkeit ist die Basis. Nicht der Blindflug, sondern das Vertrauen in deine Klarheit und deine Intuition. Denn alles hängt an dir, wenn du Einzelunternehmer bist. Du bist das Mädchen für Alles. Notfalls musst du dich selbst allein an den Haaren irgendwo rausziehen können.
„Ich denke daran, wie es sein soll und ich vertraue diesem Bild und diesem Prozess so sehr, dass es wahr wird.“ – (Shi Heng Yi). Dieses bekannte Reel von Shi Heng Yi habe ich mir so oft angeschaut, bis es mein Kopf und mein Körper verstanden hatten.
Und so passierte es einfach. Ich fokussierte, ich organisierte, ich visualisierte und nachmittags machte ich formengebundenes Kung Fu, um meine Gedanken zu beruhigen. Ich traf auf den Buddhismus und begann auch mit Meditationen und Chi-Gong. Das alles ist eine wichtige Stütze in meinem Leben und auch in meiner Selbständigkeit geworden.


Das Leben ist leidvoll ja, aber das Leid hat Ursachen und wenn wir die Ursachen von Leid kennen, dann können wir uns auf den Weg machen das Leid aufzulösen. Ganz simpel. Und manchmal sind wir nicht mehr nur im Schmerz über eine Sache, sondern im bewusst gewählten Leiden.
Gartenplaner werden: Warum eine Schlumpfine für mich zum Anker wurde
Das Reel von Shi Heng Yi schaute ich mir jeden Abend an, mehrfach über Wochen und ich fing an zu vertrauen. So fest zu vertrauen, dass meine Selbständigkeit als Gartenplanerin mein Weg ist. Und irgendwann stand ich an der Kasse im Supermarkt und vertraute gedanklich so sehr, dass irgendwas auf einmal klar wurde und mein Blick auf ein Ü-Ei fiel.

Ich nahm mir für mein inneres Kind einfach ein Ü-Ei mit. Nicht wissend, dass der Inhalt mich so berühren würde. Es war eine Schlumpfine im Ü-Ei. Eine Schlumpfine mit einer Blume und einer Gießkanne. Bis heute steht sie neben einem kleinen Buddha neben meinem Schreibtisch und ich sehe beide jeden Tag an. Dies ist ein wichtiger Ankerpunkt geworden, um einfach nicht zu vergessen. Um das Wilde Gartenherz nicht zu vergessen. Um meinen Weg nicht zu vergessen. Wenn du Gartenplaner werden willst und noch nicht fest daran glaubst, können solche Ankerpunkte erst einmal helfen.
Gartenplaner werden in 2026
Nun bin ich im vierten Jahr meiner Selbständigkeit angekommen (im Vollerwerb). Seitdem plante ich etliche Gartenprojekte. Die ersten Kundenbilder trudeln ein und bringen mich einfach jedes Mal zum Weinen. Ich sehe auf den Bildern eine Schönheit und es ist mir eine Ehre etwas Schönes für diese Welt und für meine Kunden zu produzieren. Alles ist gut, genauso wie es gerade ist.




Noch nie in meinem Leben fühlte ich mich so klar und sicher, wie in dieser Unsicherheit der Selbständigkeit. Meine Kontrolle kontrollierte mein Leben. Wir können aber nichts kontrollieren. Wir können nur Klarheit und geistige Weite gestalten. Vertrau dir mehr als deinen alten Angstgedanken. Vertrau deinem Herzen.
Meine konkreten Tipps, wenn du Gartenplaner werden möchtest
Ich weiß nicht, ob dir mein Blogbeitrag bisher helfen konnte. Wenn du ein Gartenplaner werden möchtest, dann möchte ich dir gerne noch ein paar Tipps geben. Diese Tipps haben auch mir geholfen und bei manchen wünschte ich mir, ich hätte sie früher bekommen. Sie sind mit Absicht direkt und provokativ formuliert. Das Leben ist kein Ponyhof.



- Deine mentale Gesundheit ist das Wichtigste! Stelle dich mental gut auf, das Mindset ist essentiell! Denn wenn es schwierig wird, bist du der Einzige, der dich an deinen Haaren aus dem Schlamm wieder rausziehen kann.
- Vernetzte dich unbedingt mit anderen Selbständigen. Der Kontakt mit anderen Selbständigen ist essentiell. Denn keiner wird dich sonst verstehen. Freundschaften zerbrachen urplötzlich, weil einige meinten, dass mir als Selbständige die Sonne aus dem Popo zu scheinen hat. Selbständige werden dich und deine Probleme verstehen. Rechne nicht automatisch damit, dass dein Umfeld deinen Weg sofort versteht oder mitträgt. Denn du machst möglich, was für sie immer unmöglich schien.
- Profitiere vom Know-How anderer Selbständiger. Höre dir genau an, was sie anders gemacht hätten! Frage sie, was sie dir raten können und was ihrer Meinung nach ihre größten Fehler waren. Frage nicht, was sie erfolgreich gemacht hat, frage nach ihren Fehlern. Höre zu, wie du noch nie zugehört hast.
- Kenne deine Schwächen. Vor allem deine Schwächen. In der Selbständigkeit wirst du davon nichts verstecken oder kaschieren können. Gehe dahin oder schaue dahin, wo es weh tut.
- Lebe im ersten Jahr deiner Selbständigkeit wie ein Asket, egal wie erfolgreich du bist! Und vor allem, wenn du erfolgreich bist. Das Finanzamt und Konsorten werden anklopfen und der Fall ist tief und hart. Als Selbständiger bewegst du dich stets zwischen zwei Welten: In der Welt der Vorfreude einen Porsche kaufen zu können und der Welt Insolvenz anmelden zu müssen.
- Natürlich brauchst du Wissen und Hard Facts, aber Erfahrung und ein eigener Garten sind wichtiger, denn die kannst du dir nicht kaufen oder einfach mal so erwerben. Erfahrung erfordert Zeit. Zeit ist kostbar. Erfahrung ist kostbar. Wissen hingegen kannst du dir ganz leicht aneignen. Wissen ist das geringste Problem!
- Arbeite. Arbeite. Arbeite. Es gibt genug Menschen, die mit Nichtstun Geld machen wollen. Erschaffe!
- Auf die Frage, wo man Gartenplanungen lernen kann, antworte ich inzwischen nicht gerne. Erst einmal ist das Schritt C und nicht A und zweitens wird es erforderlich sein, dass du selbst ein Angebot findest. Es gibt die Angebote. Suche sie und finde sie und entscheide dann, was zu dir passt. Dein Weg ist dein individueller Weg.
- Kalkuliere deine Preise sinnvoll. Wenn du billig bist, dann werden dich auf Dauer andere vom Markt fegen. Denn die anderen werden das Budget haben für mehr Investment, mehr Marketing, mehr Schulungen und letztlich mehr Wachstum. Sie werden auf lange Sicht besser werden wie du. Denn wer dauerhaft zu niedrig kalkuliert, nimmt sich selbst die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und professionell zu wachsen.
Meine konkreten Antworten auf deine Fragen, ob du Gartenplaner werden kannst
Kann ich auch Gartenplaner werden?
KÖNNEN ist nicht das Problem. Das MACHEN entscheidet. Mach es.
Was ist, wenn ich mich nicht bereit fühle Gartenplaner werden zu können?
Du wirst dich niemals bereit fühlen Gartenplaner zu werden. Gartenplaner zu werden ist kein Gefühl. Es ist eine Entscheidung.
Brauche ich eine Ausbildung, um Gartenplaner zu werden?
Nicht zwingend. An erster Stelle brauchst du Leidenschaft, Klarheit, Entscheidungswille und strategisches Denken. Alles andere lässt sich lernen, aufbauen und mit der Zeit vertiefen.
Wie läuft die Selbständigkeit in der Praxis?
Du bist niemals nur Gartenplaner. Du bist Marketingexperte, Programmierer, Buchhalter, Psychologe, Analyst, SEO-Berater und ein halber Jurist, weil du dich mit Grenzabständen, Bebauungsplänen und Markenrecht beschäftigen musst. Und alles musst du im Blick behalten können. Wenn du nur Gartenplaner sein willst, dann lass dich anstellen.
Kann man von Gartenplanungen leben?
Ja. Es gibt aber genug, die davon nicht leben können. Gartenplaner werden auch meist nicht reich davon. Nur wenige schaffen es.
Wie fühlt sich der Beruf „Gartenplaner“ an?
Heute bin ich Gartenplanerin. Inzwischen habe ich viele Gärten und Staudenbeete geplant. Und jedes Mal, wenn mir Kunden später Bilder von ihrem Garten schicken, berührt mich das. Ich sehe dort nicht nur Pflanzen oder Beete, sondern Orte, an denen Menschen ankommen, durchatmen und einfach sein können. Ich sehe die Kinder meiner Kunden, die sich über Blumen mehr freuen, wie über ihr Klettergerüst. Für mich gibt es nichts Sinnvolleres, als Schönheit und Ruhe in diese Welt zu bringen. Mein Beruf fühlt sich nicht nach einem Job an. Sondern nach einem Weg. Ein Weg zurück zu etwas Echtem. Und genau deshalb bin ich Gartenplanerin geworden.
Wenn du selbst einen Garten hast, der mehr sein soll als nur Rasen und Beete – ein Ort zum Ankommen, zum Durchatmen und zum Entdecken deiner wilden Seite – dann kannst du unten dem Link folgen und dir meine Gartenplanung anschauen. Ich helfe dir gerne dabei, deinen Garten so zu gestalten, dass er wirklich zu dir passt.

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Liebe Natalie,
Vielen Dank, dass du deine Geschichte mit uns teilst und uns diese tiefen Einblicke in dein Leben gewährst. Deine Geschichte bewegt und motiviert entweder dabei zu bleiben oder einfach den ersten Schritt zu wagen!
Danke dafür
Katharina
Liebe Katharina, vielen Dank für deinen Kommentar. Das freut mich sehr zu hören 🙂
LG
Natalie Bauer