So kannst du in deinem Garten Winterlinge vermehren, sodass mit der Zeit ein großer, gelber Blütenteppich entsteht.
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Warum ich Winterlinge mag
Anzeige / Winterlinge zählen zu den ersten Frühlingsblühern im Jahr. Sie sind es, die mich aus dem Winterschlaf holen. Wenn ich meinen Garten im Winter betrete, so sehe ich als erstes die langsam hervor lugenden Winterlinge. Sie wachsen bei mir direkt unter dem Ahorn und verbreiten sich glückselig. Winterlinge vermehren ist also nicht schwer. Manchmal finde ich sie auch an ganz anderer Stelle im Garten wieder. Ameisen tragen nämlich gerne die wohlschmeckenden Samen umher und manch ein Samen verliert sich auf dem Weg. Und so freue ich mich, dass auch an anderer Stelle eine Winterlinge-Kolonie entsteht.
Als ich die Bilder für diesen Blogbeitrag geshootet habe, musste ich mich auf den Bauch legen. Und auf einmal stieg ein wunderbarer, überwältigender Duft in meine Nase, der von den Winterlingen ausging! Ich wusste ewig lang nicht, dass sie duften. Sie duften sogar stark, so dass ich das Gefühl hatte unter Blumendrogen gesetzt worden zu sein.


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Steckbrief: Winterlinge
Der heimische Winterling (Eranthis hyemalis) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Gerne steht er in der Natur in feuchten Laubwäldern. In unseren Gärten ist er bereits seit dem 16. Jahrhundert zu finden. Dort ist er ein sehr genügsamer Geselle. Daher ist er auch oftmals in Parks zu bewundern, wo er von Jahr zu Jahr immer größere Blütenteppiche bildet.
- Wuchstyp: Knolle
- Wuchshöhe: 5 bis 15 Zentimeter
- Wuchsbreite: 5 bis 10 Zentimeter
- Wuchseigenschaften: Teppichartig ausbreitend
- Blütenfarbe: Gelb
- Blütezeit: Januar bis März (je nach Witterung)
- Blattform: fächer- bzw. handförmig
- Standort: Sonnig bis Halbschattig / am Liebsten frischer Boden / verträgt aber Trockenheit! / Kalktolerant / Mäßig nährstoffreich
- Wichtige Nektar- und Pollenpflanze
- Giftigkeit: stark giftig
- Winterhärte: Winterhart
- Verwendung: In Rasenflächen / als Unterpflanzung unter Hecken und Bäumchen / zum Verwildern
- Empfehlenswerte Sorten neben der Wildart: ‘Grünling’, ‘Schwefelglanz’, ‘Winterzauber’

Der Jahresrythmus der Winterlinge: wann sie kommen und gehen
Der Wuchs des Winterlings ist malerisch. Er bildet mit der Zeit einen zauberhaften Blütenteppich von Januar bis in den Februar hinein. Darüber schwirren im Winter massig Bienchen, die wie kleine Elfen in dem Moment aussehen.
Der Winterling blüht also sehr früh im Jahr. Bereits Bodentemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt reichen aus, um mit der Blüte loszulegen.
Zu verdanken hat das der Winterling seinem Speicherorgan: der Knolle. In der Knolle ist alles gesammelt, was für ein schnelles Wachstum nötig ist. Ich habe daher immer das Gefühl, dass über Nacht der Frühling Einzug in meinen Garten gehalten hat.
Die Blüte ist also früh da und hält sich über einen Zeitraum von etwa 2-3 Wochen, das kommt auf die Witterung drauf an.
Das bedeutet, dass die Winterlange Frühstarter sind, aber keine Dauerblüher.
Sie zeigen sich intensiv für 2-3 Wochen mit ihrer Blüte und dann verschwinden sie. Danach sind ihre Blätter noch sichtbar und dann zieht der Winterling komplett ein. Er ist dann im Sommer oberirdisch nicht mehr zu sehen. Er ist also ideal, um ihn zwischen Gehölzen, Stauden und Bäumen zu verteilen. Er taucht genau ab, wenn alles andere neu austreibt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Winterlinge einen eigenen Jahresrhythmus haben, der sich eben von anderen Pflanzen, wie Stauden und Bäume deutlich unterscheidet. Winterlinge blühen für 2-3 Wochen zwischen Ende Januar und Anfang März. Nach der Blüte wachsen die Blätter bis in den April weiter und bilden Samen aus. Und dann ziehen sie vollständig ein und sind nicht mehr zu sehen.
Winterlinge vermehren: Der richtige Standort zählt
Wie immer im Garten ist der Standort für die Pflanzen entscheidend. Die Winterlinge sind nicht allzu wählerisch. Am liebsten leben sie unter Bäumen oder Hecken, die ihr Laub abwerfen. Also ideal für faule (und bewusste) Gärtner, die ihre Blätter nicht abräumen. Die Winterlinge werden es dir mit voller Blühpracht danken.
Es gibt aber einen Punkt, den die Winterlinge nicht mögen und das ist Nässe und Kälte gleichzeitig.
Da Winterlinge Knollenpflanzen sind mögen sie stehende Winternässe im Boden überhaupt nicht, denn die Gefahr von Fäule ist hier sehr groß. Der Boden sollte daher durchlässig sein.
Ansonsten brauchen Winterlinge nur eine mäßige Nährstoffversorgung. Das Laub reicht ihnen als Düngerschicht. Sie mögen am liebsten einen Boden, der frisch ist, aber bei mir vertragen sie langanhaltende Trockenheit extrem gut.


Winterlinge vermehren: Die Pflanzung ist manchmal heikel
Wenn du dir direkt die Knollen kaufst, so ist die beste Pflanzzeit wie bei anderen Frühlingsblüher: September bis Oktober. Warte nicht allzu lang, denn die Knollen sollten nicht zu sehr eintrocknen. Die Knollen sind also klein und je länger du wartest, umso mehr Feuchtigkeit verlieren sie. Es wird für die Knollen dann immer schwieriger anzuwachsen.
Vor dem Pflanzen kannst du die Knollen über Nacht in lauwarmes Wasser legen.
Anschließend können sie doppelt so tief wie die Knolle hoch ist eingepflanzt werden.
Was jedoch besseren Erfolg verspricht, ist die Winterlinge blühend im Baumarkt oder in Gärtnerei zu kaufen und einzupflanzen. Dann besteht die Gefahr nicht, dass die Knolle eintrocknet.
Die Vermehrung von Winterlingen: Geduld ist gefragt
Wenn du die Winterlinge in deinem Garten gepflanzt hast, dann werden sich die Winterlinge vermehren. Dass sie sich von selbst vermehren, hat aber gewisse Bedingungen.
Winterlinge brauchen vor allem Zeit.
Einen eigenen Blütenteppich aus Winterlingen im Garten zu haben bedeutet, dass Jahre vergehen müssen. Das ist kein Misserfolg oder ähnliches, sondern völlig normal. Außer du kaufst eine unnormale Anzahl an Knollen oder blühenden Pflanzen. Auch das geht.
Was aber Winterlinge auch brauchen: Ruhe. Gerade in der Blüh- und Wachstumsphase mögen Winterlinge es überhaupt nicht, wenn sie gestört werden. Vermeide daher da, wo du Winterlinge gepflanzt hat, das Hacken und jegliche Bodenbewegung.
Schneide die Blätter nach der Blüte nicht ab!
Die Winterlinge, wie auch andere Geophyten bzw. Frühblüher lagern mit Hilfe der Blätter die Nährstoffe in die Knolle ein. Ohne Blätter, keine Nährstoffe, die Blüte fällt weg im nächsten Jahr, die Knolle stirbt. Wenn du zu früh schneidest besteht auch die Gefahr, dass die Winterlinge die Samen nicht bilden und ausreifen. Die Vermehrung geht am schnellsten, wenn der Winterling Tochterknollen bilden und sich aussäen kann.
Die richtige Pflege von Winterlingen
Hier kann ich den Tipp geben: Wachsen lassen. Wenn der Winterling den richtigen Standort hat muss er kaum gedüngt werden. Wichtig wäre noch, dass keine Bodenbearbeitung erfolgen sollte, wo der Winterling wächst. Ich sag doch: sie sind ideal für faule Gärtner.




Wie auch bei anderen Frühlingsblüher gilt, dass du dem Winterling Zeit geben solltest sich nach der Blüte Stück für Stück einzuziehen. Sollten die Winterlinge im Rasen stehen, dann mähst du erst, wenn der Winterling oberirdisch komplett abgestorben ist. Winterlinge vermehren sich dann am Besten.
Welche Pflanzen zu den Winterlingen passen
Ideal sind natürlich andere Frühlingsblüher wie Narzissen, Krokusse und Schneeglöckchen. Aber auch das Leberblümchen und der Blaustern passen gut. Malerisch sehen Winterlinge in Verbindung mit Solitärgehölzen aus. Die Kombination mit einer Magnolie oder einer Zaubernuss ist zauberhaft. Aber auch mit einem Zimt-Ahorn, einer Mahagoni-Kirsche oder einer Birke wirken die Winterlinge winterlich dramatisch.
Da Winterlinge ab April / Mai anfangen sich einzuziehen solltest du als Beetpartner Stauden aussuchen, die entweder winter- oder immergrün sind oder eher später austreiben, um den leeren Platz der Winterlinge zu übernehmen. Wichtig ist, dass die Winterlinge und die Stauden die gleichen oder ähnlichen Standortansprüche haben.
Passende Stauden für die Winterlinge sind einmal die Lenzrosen (Helleborus orientalis-Hybriden).* Sie haben gleiche Bodenansprüche und ähnliche Blütezeit. Ebenso wie die Christrosen (Helleborus niger).*
Ebenfalls sehr schön zu den Winterlingen sind die Bergenien (Bergenia cordifolia)*. Mit ihren wintergrünen, derben Blättern bieten sie einen schönen Kontrast und leere Flächen im Beet werden vermieden. Gerne kombiniere ich zu den Winterlingen das Lungenkraut (Pulmonaria).* Überhaupt eine tolle Staude, die ebenfalls früher im Jahr blüht. Sie mag auch frische Böden und steht gerne im Halbschatten. Eine tolle Kombi mit den Winterlingen.
Auch toll ist die immer noch zu wenig gepflanzte Schaumblüte (Tiarella)*. Ein Allrounder hingegen ist das Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera),* die mit einer blauen Blüte besticht. Der Storchschnabel (Geranium phaeum)* ist ebenfalls eine passende, robuste Stauden, die gerne im Halbschatten steht und die leere Fläche nach den Winterlingen übernimmt.
Auch robust und passend ist der Frauenmantel (Alchemilla mollis)* und die Astilbe*.
Giftigkeit und der ökologische Wert von Winterlingen
Ich liebe Winterlinge sehr, trotz ihrer starken Giftigkeit. Oftmals gibt es bei giftigen Pflanzen starke Berührungsängste, das muss aber nicht sein. Besondern giftig sind vor allem die Knollen und die finden sich unterirdisch. Dennoch solltest du bei kleinen Kindern und Haustieren aufpassen. Du siehst das meine Tiere regelmäßig die Fläche betreten. Sie interessieren sich aber mehr für das Gewürms und das Gekrabble als für die Pflanzen.
Denn auf der anderen Seite gehören Winterlinge zu den heimischen Pflanzen und haben einen hohen ökologischen Wert. Winterlinge sind wichtig, weil sie oftmals eine erste Nahrungsquelle für unsere Insekten sind. Sie gehören daher in jeden naturnahen Garten.
Fazit: Winterlinge vermehren
Winterlinge vermehren ist nicht schwer. Und ich liebe sie einfach. Sie erscheinen bei mir meist gegen Ende Januar und sie strahlen dann mit so einem leuchtendem Gelb in meinem Garten, da geht mir das Herz auf. Wenn sonst nichts blüht, auf die Winterlinge kann ich mich verlassen.
Sie bringen mich aus dem Winter hinein in den Frühling.
Winterlinge sind langsam, behutsam, filigran, aber beständig. Sie wachsen kreisförmig um meinen Ahorn herum und fühlen sich dort pudelwohl. Trotz Trockenheit kommen sie immer wieder und haben sich jedes Jahr noch mehr vermehrt.





Ich bin schon länger am überlegen ob ich SchwiegerOma ein paar abschwatze für den Garten 🙂 Habe zwar sämtliche Frühlingsblüher,aber Winterlinge fehlen da noch. Unser Garten ist etwas später was Blüher angeht,da er frontal im Wetter steht. Hier am Haus ist alles geschützter und da blühen auch die Schneeglöckchen schon länger und der ersten Krokusse gucken raus. Winterlinge sind ja eh immer zuerst da. Das alles brauch nebendran am Garten noch etwas. Ausser die Christrosen. Die blühen bei mir irgendwie wie nix. Auch im Sommer.
Haustiere passen zu ALLEM 😀
Einen schönen Sonntag dir,
liebe Grüße
Blackmoon
Auf jeden Fall bei der Oma paar Winterlinge klauen 🙂
LG
Dieses Meer an gelben Winterlingen muss wirklich einen atemberaubenden Duft verströmen! Frühlingserwachen im Februar! Ein sehr schöner und informativer Artikel. Die Fotos mit Han dem Hang und den Enten sind toll geworden!
Danke, liebe Marion 🙂